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Monatsrückblick vor rotem Hintergrund mit einem Mann im Anzug und einem Linienchart.
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EnergieMarkt im September 2026: Die entscheidenden Trends und Fakten

Strom, Gas, CO₂ und Erneuerbare im umfassenden Monatsrückblick: September 2026

Ki-generiertes Symbolbild

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Inhaltsverzeichnis des Blogartikels

Energiepreise unter Druck: Der September 2026 im Rückblick

Der September 2026 war an den Energiemärkten von steigenden Termin- und Spotpreisen sowie einer weiterhin angespannten Versorgungslage beim Erdgas geprägt. Besonders die eingeschränkte, wenn auch leicht verbesserte LNG-Schifffahrt durch die Straße von Hormus, vergleichsweise niedrige deutsche Speicherfüllstände vor Beginn der Heizperiode und die hohe Abhängigkeit Europas von internationalen LNG-Mengen hielten die Risikoprämien hoch. Strom- und Gasjahreskontrakte für 2027 verteuerten sich deutlich; am kurzfristigen Strom- und Gasmarkt setzte sich der Aufwärtsdruck ebenfalls fort. Gleichzeitig entwickelten sich die Einspeisungen aus Photovoltaik und Wind im Jahresvergleich positiv, während die CO₂-Preise im Monatsvergleich nur leicht zulegten. Für Unternehmen und Organisationen blieb damit entscheidend, Beschaffung, Verbrauchsprofil, Flexibilität und eigene Erzeugung gemeinsam zu betrachten.

Was den September geprägt hat

  • Versorgungslage bleibt international: Die Lieferbewegungen durch die Straße von Hormus nahmen im September wieder zu. Während sich die Öltransporte deutlicher erholten, blieb LNG stark eingeschränkt: Rund 20 beladene LNG-Schiffe passierten die Meerenge, gegenüber üblicherweise etwa 90 bis 100 Schiffen pro Monat vor dem Konflikt.

  • Gasspeicher als Winterrisiko: Der deutsche Speicherfüllstand lag am 1. Oktober 2026 bei 58,20 %. Damit wurde die übliche politische Zielgröße von 80 % zum 1. November klar verfehlt; für die Winterversorgung bleiben daher laufende Importe, Witterung und Verbrauch besonders relevant.

  • Zusätzlicher staatlicher Puffer: SEFE soll bis zum 15. Dezember zusätzlich 8 TWh Erdgas beschaffen und einspeichern. Im Verhältnis zu einer Speicherkapazität von rund 247 TWh entspricht das rechnerisch etwa 3,2 Prozentpunkten – eine Vorsorgemaßnahme, aber kein Ersatz für verlässliche Importströme.

  • Börsenpreise steigen deutlich: Die ausgewiesenen Veränderungen bei Strom und Gas fielen im September für die Lieferjahre 2027 bis 2029 deutlich aus. CO₂-Zertifikate entwickelten sich dagegen im Monatsvergleich vergleichsweise stabil.

  • Rahmenbedingungen in Bewegung: Eine allgemeine Senkung der Stromsteuer wurde erneut angekündigt, war zum Berichtszeitpunkt aber noch nicht verbindlich beschlossen. Zugleich schaffen die Regeln zur Marktintegration von Speichern und Ladepunkten seit dem 1. Oktober neue Voraussetzungen für Speicher und bidirektionales Laden.

Strommarkt im Rückblick

Terminmarkt: Steigende Gaspreise und Winterrisiken stützen Stromkontrakte

Der Stromterminmarkt orientierte sich im September eng an der Entwicklung der Brennstoffkosten und insbesondere am Gasmarkt. Zunächst sorgten rückläufige Gaspreise für Entlastung. Im weiteren Monatsverlauf setzte sich jedoch erneut eine Aufwärtsbewegung durch. Steigende Gasnotierungen, die bevorstehende Heizperiode und Unsicherheiten über die europäische Energieversorgung im Winter prägten die Preisbildung. Zusätzlich wirkten die eingeschränkte Verfügbarkeit französischer Kernkraftwerke und die Entwicklung der CO₂-Preise stützend.

Für das Lieferjahr 2027 stieg der Stromjahreskontrakt im Vierwochenvergleich um 9,2 %. Die Folgejahre 2028 und 2029 legten um 5,9 % beziehungsweise 5,2 % zu. Auch die Quartalskontrakte für 2027 entwickelten sich aufwärts: Q1.27 um 6,1 %, Q2.27 um 5,1 % und Q3.27 um 6,0 %.

Der September zeigt erneut: Energieeinkauf darf nicht losgelöst von Verbrauch, Flexibilität und eigener Erzeugung betrachtet werden. Wer seine offene Risikoposition kennt und Beschaffung langfristig strukturiert, kann Marktschwankungen besser einordnen.

Preisentwicklungen Strom | Spotmarkt

Strom | EEX Day-Ahead

Am Stromspotmarkt lagen die durchschnittlichen monatlichen Preise im September 2026 um 14,1 % über dem Augustniveau. Der Markt blieb volatil: Hohe Wind- und Solarstromproduktion führte wiederholt zu niedrigeren Preisen, während schwächere erneuerbare Einspeisung und höhere Residuallast deutliche Preisanstiege auslösten. Auch kurzfristige Last- und Verbrauchsschwankungen beeinflussten die Entwicklung.

Mit Beginn der Heizperiode gewinnen neben der wetterabhängigen erneuerbaren Erzeugung auch die Nachfrageentwicklung, die Gaspreise, die Kraftwerksverfügbarkeit und die CO₂-Kosten weiter an Bedeutung. Für kurzfristig beschaffende Unternehmen ist deshalb nicht allein das allgemeine Preisniveau entscheidend, sondern vor allem das Zusammenspiel mit dem individuellen Lastgang.

Liniendiagramm der EPEX-Spot-Baseloadpreise in EUR/MWh von Oktober 2025 bis Oktober 2026. Die Spotpreise, blau dargestellt, schwanken stark; die rote 100-Tage-Linie steigt ab Juli 2026 an.

Gasmarkt im Rückblick

Gasterminmarkt: Niedrige Speicherstände und LNG-Risiken treiben die Preise

Der Gasmarkt war im September von hoher Unsicherheit geprägt. Hoffnungen auf eine Normalisierung der LNG-Lieferungen und diplomatische Signale im Nahen Osten sorgten zeitweise für Entlastung. Gleichzeitig rückten die niedrigen europäischen Speicherstände, die anstehende Heizsaison und die Abhängigkeit von LNG-Importen stärker in den Mittelpunkt. Entsprechend zogen die Notierungen entlang der Terminkurve wieder an.

Für das Lieferjahr 2027 stieg der Erdgasjahreskontrakt im Vierwochenvergleich um 12,4 %. Für 2028 betrug der Anstieg 12,2 %, für 2029 10,2 %. Bei den Quartalskontrakten legten Q1.27 um 3,1 %, Q2.27 um 12,0 % und Q3.27 um 11,8 % zu.

Die Versorgungslage war damit nicht dramatisch, blieb jedoch anfällig. Mehr LNG-Transit durch Hormus und die angekündigte zusätzliche Einspeicherung verbessern die Ausgangslage, stellen aber noch keine Normalisierung dar. Entscheidend für den Winter bleiben die Kombination aus Speicherständen, kontinuierlichen Importen, Temperaturen und Gasverbrauch.

Gas | EEX Cal THE | Jahr 2027–2029

Die Terminpreise spiegelten die Risikoprämie für die Winterversorgung wider. Für Unternehmen mit noch offenen Mengen für 2027 und 2028 erhöhte der September den Beschaffungsdruck deutlich. Welche Kostenwirkung daraus entsteht, hängt jedoch von bereits gesicherten Mengen, Lieferzeitraum, Beschaffungsmodell und Verbrauchsstruktur ab.

Erdgas | EEX Day-Ahead

Der Erdgas-Spotmarkt erreichte im September einen Monatsdurchschnitt von 75,99 €/MWh. Gegenüber August entsprach dies einem Anstieg von 21,7 %. Kurzfristig wirkten stabile LNG-Lieferungen und eine zeitweise Entspannung wichtiger Transportrouten zwar preisdämpfend; niedrige Speicherstände, die Heizperiode sowie geopolitische Nachrichten aus dem Nahen Osten und der Ukraine hielten das Marktumfeld jedoch volatil.

Für die weitere Entwicklung bleiben Wetterprognosen, LNG-Verfügbarkeit, norwegische Pipelineflüsse und die Stabilität wichtiger Transportwege maßgeblich. Mildere Temperaturen können entlasten, während kältere Wetterphasen die Aufwärtsrisiken verstärken würden.

Erdgasspeicher | Deutschland

Zum Stichtag 1. Oktober 2026 waren die deutschen Gasspeicher zu 58,20 % gefüllt. Die Speicher sind ein zentraler Puffer für saisonale Nachfragespitzen, können laufende Importströme aber nicht ersetzen. Die angekündigte zusätzliche Einspeicherung von 8 TWh verbessert den Puffer nur begrenzt und muss zudem erst bis zum 15. Dezember beschafft und eingelagert werden.

CO₂-Zertifikate und Wechselwirkungen

EUA-Markt mit leichter Aufwärtstendenz

Die CO₂-Zertifikate entwickelten sich im September vergleichsweise ruhig: Der EUA-Leitkontrakt Dezember schloss in der letzten Septemberwoche bei 84,4 €/t; im Monatsvergleich betrug die Veränderung 0,4 %. Damit fiel die Bewegung deutlich geringer aus als bei Strom und Gas.

Trotz der geringen Monatsveränderung bleiben EUA-Preise ein relevanter Bestandteil der Strompreisbildung. Bewegungen am Emissionsmarkt erhöhen die Kosten fossiler Stromerzeugung und wirken besonders bei langfristigen Stromprodukten. Kurzfristig bleiben politische und regulatorische Signale innerhalb Europas wichtige Impulsgeber.

EUA | EEX EUA Futures | Dec 2026

Preisentwicklung des EEX-EUA-Kontrakts Dezember 2026 in EUR je Tonne von Oktober 2025 bis Oktober 2026. Die Tagespreise, blau dargestellt, fallen bis zum Frühjahr 2026 und steigen danach wieder; die rote 100-Tage-Linie zeigt den geglätteten Verlauf.

Rolle der erneuerbaren Energien

Mehr Wind- und Solarstrom – Integration und Speicher bleiben entscheidend

Die Einspeisung aus erneuerbaren Energien entwickelte sich in den ersten neun Monaten des Jahres positiv. Die Photovoltaikerzeugung lag gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025 um 13,9 % höher, die Windeinspeisung um 12,3 %. Diese Entwicklung kann die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern reduzieren, entlastet den Markt aber insbesondere dann, wenn Erzeugung, Verbrauch, Netze und Speicher gut zusammenwirken.

Mit der MiSpeL-Festlegung vom 1. Oktober wurden wichtige Voraussetzungen geschaffen, um Speicher und bidirektionale Ladepunkte vielseitiger in den Markt zu integrieren. Die Regelung ermöglicht unter anderem eine bessere Abgrenzung unterschiedlicher Stromherkünfte in einem Speicher. Welche Anwendungen daraus konkret entstehen, hängt weiterhin von Technik, Messkonzept und Umsetzung durch die beteiligten Betreiber ab.

Einspeisung Erneuerbare Energien

Monatsvergleich der Windkrafteinspeisung in GWh für 2024, 2025 und 2026. Die gelbe Linie für 2026 reicht bis September; nach einem Tief im Mai steigt die Einspeisung bis Juli, sinkt im August und nimmt im September wieder zu.
Monatsvergleich der Photovoltaik-Einspeisung in GWh von Januar bis September für 2024, 2025 und 2026. Die Werte für 2026, gelb dargestellt, liegen von März bis September überwiegend über denen der Vorjahre und erreichen im Juli ihren Höchststand.

Bedeutung für Ihr Unternehmen

Was Sie aus diesem Monat mitnehmen sollten

Der September hat den Druck auf offene Beschaffungspositionen erhöht. Besonders Unternehmen und Organisationen mit noch nicht gesicherten Mengen für 2027 und 2028 waren von den steigenden Terminpreisen betroffen. Zugleich wirkt sich die Marktentwicklung nicht für alle gleich aus: Bestehende Verträge, der Eindeckungsgrad, der Lieferzeitraum, das Lastprofil, die Spotmarktquote sowie eigene Erzeugungsanlagen bestimmen die individuelle Kostenwirkung.

Praktische Schlussfolgerungen

  1. Offene Mengen und bestehende Preisrisiken für 2027 und 2028 transparent erfassen.

  2. Kurz-, mittel- und langfristige Beschaffungsentscheidungen getrennt bewerten, statt nur auf das aktuelle Preisniveau zu schauen.

  3. Lastprofile, Flexibilität und Spotmarktanteile regelmäßig mit der Beschaffungsstrategie abgleichen.

  4. Eigenerzeugung, PPAs, Speicher und mögliche Förder- oder Entlastungseffekte im Versorgungsmix berücksichtigen.

  5. Politische Ankündigungen – etwa zur Stromsteuer – beobachten, aber vor einem verbindlichen Beschluss nicht fest in die Budgetplanung einrechnen.

Expertenempfehlungen

Risiko positionieren: Prüfen Sie, welche Energiemengen noch offen sind, welche Vertragslaufzeiten bestehen und welche Preiswirkung ein weiterer Anstieg für Ihre Organisation hätte.

Beschaffung strukturieren: Entwickeln Sie eine zu Ihrem Verbrauch passende Kombination aus langfristiger Absicherung, mittelfristigen Tranchen und bewusst gesteuerten kurzfristigen Mengen.

Versorgung und Nutzung verbinden: Bewerten Sie Energieeinkauf, Energiemanagement, Eigenerzeugung, Speicher, Anschlusskapazität und Flexibilität als zusammenhängendes System.

Energieversorgung umfasst mehr als den Einkauf an der Börse. Wer Marktbezug, Eigenerzeugung, Nutzung und Flexibilität kontinuierlich gemeinsam einordnet, schafft die Grundlage für belastbare Entscheidungen.

Einordnung zur Aktualität dieses Beitrages

Dieser Beitrag wurde im Nachgang zum EnergieMarktreport-Webinar vom 14. Oktober 2026 erstellt und blickt retrospektiv auf die Marktentwicklung im September 2026 zurück. Er ordnet die im Webinar und in den dazugehörigen Unterlagen dargestellten Marktbewegungen, Versorgungsthemen und regulatorischen Entwicklungen ein. Preisstände und politische Ankündigungen entsprechen dem dort genannten Berichtszeitraum und können sich danach verändert haben.

Der EnergieMarktreport – Sehen Sie die Aufzeichnung des letzten Monats

Immer einen Schritt voraus: Unsere Webinare zum Energiemarkt

Die Aufzeichnung des EnergieMarktreports vom 14. Oktober 2026 vertieft die Entwicklung der Strom- und Gaspreise im September, die Versorgungslage sowie die aktuellen regulatorischen Rahmenbedingungen. Das nächste EnergieMarktreport-Webinar ist für Mittwoch, den 11. November 2026, um 10 Uhr angekündigt.

Unsere Unterstützung für Ihr Unternehmen

Die Entwicklungen im September zeigen, wie eng Energieeinkauf, Energieversorgung, Verbrauchsstruktur, Flexibilität und Transformationsentscheidungen zusammenhängen. First Energy unterstützt Unternehmen und öffentliche Auftraggeber bei der Einordnung von Beschaffungsstrategien, bei Energie- und Kostenanalysen, bei Ausschreibungen sowie bei der Entwicklung wirtschaftlicher Lösungen für Eigenerzeugung, Speicher und nachhaltige Energieversorgung.

Vereinbaren Sie ein kostenfreies Erstgespräch mit unserem Beratungsteam und besprechen Sie Ihre individuelle Ausgangslage.

FAQ – Schnelleinblick in die Marktentwicklungen des September 2026

1) Warum sind die Strompreise im September 2026 gestiegen?

Die Stromterminpreise wurden vor allem durch steigende Gaspreise, die bevorstehende Heizperiode, Versorgungssorgen für den Winter, eingeschränkte französische Kernkraftwerksverfügbarkeit und CO₂-Kosten gestützt. Strom 2027 legte im Vierwochenvergleich um 9,2 % zu.

Der Gasjahreskontrakt für 2027 stieg im Vierwochenvergleich um 12,4 %. Am Spotmarkt lag der Septemberdurchschnitt bei 75,99 €/MWh und damit 21,7 % über dem Augustwert.

Am 1. Oktober 2026 lag der deutsche Gasspeicherfüllstand bei 58,20 %.

Die Straße von Hormus ist ein wichtiger Transportweg für LNG. Im September nahm der Transit zwar wieder zu, mit rund 20 beladenen LNG-Schiffen lag er jedoch weiter deutlich unter dem Vorkrisenniveau von etwa 90 bis 100 Schiffen pro Monat.

Die zusätzliche Einspeicherung stärkt den Puffer, ersetzt aber keine kontinuierlichen Importströme. Bei rund 247 TWh Speicherkapazität entsprechen 8 TWh rechnerisch etwa 3,2 Prozentpunkten.

Der EUA-Leitkontrakt Dezember schloss bei 84,4 €/t; die Veränderung im September lag bei 0,4 %.

Von Januar bis September 2026 stieg die Photovoltaikerzeugung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13,9 %, die Windeinspeisung um 12,3 %.

Die MiSpeL-Festlegung vom 1. Oktober schafft Voraussetzungen für eine vielseitigere Marktintegration von Speichern und bidirektionalen Ladepunkten, etwa durch die Berücksichtigung unterschiedlicher Stromherkünfte im selben Speicher.

Nein. Die Stromsteuersenkung für alle Verbraucher wurde erneut angekündigt, aber Ausgestaltung, Finanzierung und Zeitpunkt waren im Berichtszeitpunkt noch offen.

Unternehmen sollten ihre offenen Mengen, Vertragslaufzeiten, Verbrauchsprofile und Risikopositionen prüfen. Eine strukturierte Beschaffungsstrategie, die langfristige Absicherung, flexible Mengen und die eigene Energieversorgung verbindet, kann helfen, Marktbewegungen kontrollierter zu steuern.

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