Strom, Gas, CO2 und Erneuerbare im umfassenden Monatsrückblick
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Unsere Themen in diesem Monatsrückblick
Juli 2026 zwischen Hitzewelle, Volatilität und steigendem Anpassungsdruck
Der Juli 2026 war an den Energiemärkten von einer ungewöhnlich hohen Gleichzeitigkeit mehrerer Belastungsfaktoren geprägt. Hohe Temperaturen in Europa, steigende Gaspreise, anhaltende geopolitische Risiken und eine ausgeprägte Volatilität an den Spotmärkten wirkten parallel auf Strom- und Gasmärkte.
Während Photovoltaik im Sommerhalbjahr erneut starke Einspeisungswerte lieferte, zeigte sich zugleich, dass hohe Solarerträge allein keine stabilen Strompreise garantieren. Vor allem in den Abendstunden entstanden deutliche Preisspitzen, wenn der Kühlbedarf hoch blieb und die erneuerbare Erzeugung zurückging. Auch am Gasmarkt blieb die Lage zwar versorgungstechnisch stabil, aber preislich angespannt. Für Unternehmen wurde damit im Juli noch deutlicher: Energiestrategien müssen kurzfristige Marktrisiken, strukturelle Volatilität und künftige Flexibilitätsanforderungen stärker gemeinsam berücksichtigen.
Was den Juli 2026 geprägt hat
Hitzewellen in Europa erhöhten den Strombedarf für Kühlung und wirkten preistreibend auf Strom- und Gasmärkte.
Die Gaspreise stiegen deutlich, getrieben durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten, Risiken im LNG-Markt und eine schleppende Speicherbefüllung.
Die europäischen Gasspeicher lagen zum Monatswechsel August bei nur 46,8 % und damit auf historisch niedrigem Niveau für diese Jahreszeit.
Die Konkurrenz Europas mit Asien um verfügbare LNG-Mengen nahm weiter zu.
Der Stromspotmarkt zeigte eine hohe Intraday- und Day-Ahead-Volatilität mit sehr niedrigen bis negativen Preisen zur Mittagszeit und deutlichen Preisspitzen in den Abendstunden.
Die Stromterminmärkte folgten dem Aufwärtsdruck aus dem Gasmarkt.
Photovoltaik legte im Zeitraum Januar bis Juli 2026 gegenüber dem Vorjahr um 13,3 % zu, Wind um 14,0 %, wobei die Windverfügbarkeit in einzelnen Sommerphasen dennoch zu schwach ausfiel.
CO2-Zertifikate zeigten im Juli eine feste Tendenz und verteuerten fossil geprägte Stromerzeugung zusätzlich.
Die Diskussion um künftige Flexibilitätsanforderungen gewann an Bedeutung, unter anderem durch Vorschläge der Bundesnetzagentur und europäische Pläne zur stärkeren Elektrifizierung.
Strommarkt im Rückblick:
Strompreise unter Druck durch Hitze, Brennstoffkosten und fehlende Erzeugungsbalance
Der Strommarkt zeigte sich im Juli 2026 weiter fest und reagierte besonders sensibel auf die Gemengelage aus hohen Brennstoffkosten, Wetterextremen und geopolitischen Risiken. Am Terminmarkt legten die gehandelten Stromjahreskontrakte im betrachteten Zeitraum zu.
Für das Kalenderjahr 2027 ergab sich ein Anstieg von +12,1 %, für 2028 von +6,0 % und für 2029 von +3,2 %.
Noch stärker fiel die Bewegung bei den Quartalskontrakten aus: Q4.26 stieg um +22,0 %, Q1.27 um +17,4 % und Q2.27 um +11,9 %. Der Stromterminmarkt folgte damit vor allem den Impulsen aus dem Gasmarkt und spiegelte zusätzlich die erhöhte Risikobewertung der Marktteilnehmer wider.
Hinzu kamen witterungsbedingte Belastungen. Die hohen Temperaturen erhöhten die Stromnachfrage für Kühlung und beeinträchtigten gleichzeitig die Verfügbarkeit konventioneller Erzeugung. Besonders relevant war dabei die Situation konventioneller Kraftwerke in Europa, unter anderem mit Blick auf Kühlwasserverfügbarkeit und eingeschränkte Erzeugungskapazitäten. Gleichzeitig blieb die Windstromerzeugung phasenweise hinter dem Bedarf zurück. Damit wurde der Markt stärker auf fossile Erzeugung zurückgeworfen, was die Preisbildung zusätzlich stützte.
Für Unternehmen wurde im Juli damit noch klarer, dass nicht allein das absolute Preisniveau entscheidend ist. Vielmehr rücken Beschaffungszeitpunkte, Struktur der Lastgänge und die Fähigkeit zur Reaktion auf volatile Marktphasen stärker in den Mittelpunkt. Markus Barella ordnete dies im Webinar sinngemäß so ein: Die Frage sei zunehmend nicht mehr nur, wie teuer Strom ist, sondern wann Strom wie teuer ist. Genau daraus ergeben sich neue Anforderungen an Beschaffungsstrategie, Spotmarktbeimischung und Flexibilisierung des Verbrauchs.
Der Juli zeigt sehr deutlich: Entscheidend ist nicht mehr allein, wie teuer Strom ist, sondern wann er teuer ist. Unternehmen sollten Beschaffung, Verbrauchszeiten und Flexibilitätsoptionen deshalb stärker zusammen denken, um die zunehmenden Preisschwankungen gezielt nutzen und Risiken begrenzen zu können.“
Markus Barella
Preisentwicklung Strom | Spotmarkt
Strom | EEX Day-Ahead
Der Strom-Spotmarkt war im Juli 2026 von außergewöhnlich hoher Volatilität geprägt. Laut Webinar und Folien kam es im Tagesverlauf zu einer ausgeprägten „Badewannenstruktur“: In den Mittagsstunden führten hohe Einspeisungen aus Photovoltaik teils zu sehr niedrigen oder sogar negativen Preisen, während in den Abendstunden deutliche Preisspitzen auftraten. Hintergrund war, dass die PV-Erzeugung am späten Nachmittag und Abend stark zurückging, der Kühlbedarf aber weiter hoch blieb. Dadurch mussten fossile Kraftwerke einspringen, deren Einsatz aufgrund hoher Brennstoff- und CO2-Kosten teuer war.
Im Monatsvergleich lagen die durchschnittlichen Strom-Spotpreise an der EPEX SPOT im Juli 2026 um +3,7 % über dem Juniwert. Gleichzeitig blieb der Markt stark wetterabhängig und reagierte sensibel auf Veränderungen bei Wind, Sonne, Temperaturen und grenzüberschreitenden Stromflüssen.
Gerade für Unternehmen mit spotmarktnahen Beschaffungsmodellen oder strukturierter Beschaffung wurde damit sichtbar, dass sommerliche Marktphasen nicht mehr pauschal als ruhig oder günstig eingeordnet werden können. Die Volatilität ist längst kein reines Winterthema mehr, sondern prägt zunehmend das gesamte Jahr.
Gasmarkt im Rückblick:
Gasmarkt zwischen stabiler Versorgung und hoher internationaler Abhängigkeit
Der Gasmarkt war im Juli 2026 einer der zentralen Preistreiber an den Energiemärkten. Zwar wurde die Versorgungslage im Webinar insgesamt als stabil beschrieben, gleichzeitig blieb die Marktbewertung angespannt. Ausschlaggebend waren geopolitische Spannungen im Nahen Osten, die Sorge um wichtige LNG-Transportwege, unterdurchschnittliche Speicherstände in Europa und eine schleppende Speicherbefüllung. Hinzu kam die starke Konkurrenz mit asiatischen Abnehmern um verfügbare LNG-Mengen.
Zum Monatswechsel August lag der Speicherfüllstand laut Webinar bei 46,8 %. Damit befand sich die Speicherbewirtschaftung weiterhin am unteren Rand der in den vergangenen Jahren beobachteten Niveaus. Im Webinar wurde zudem darauf verwiesen, dass perspektivisch bis zum Beginn der Heizperiode nur rund 80 % Speicherbefüllung erreichbar sein könnten. Das stellt noch keine Krisenlage dar, erhöht aber die Sensibilität des Marktes für weitere Störungen und verstärkt die preisliche Risikobewertung.
Ein zusätzlicher Belastungsfaktor war die Rolle des Gases in der sommerlichen Stromerzeugung. Die Hitzewellen in Europa erhöhten den Kühlbedarf und damit auch den Strombedarf. Weil dieser Mehrbedarf nicht durchgängig durch erneuerbare Energien gedeckt werden konnte, stieg der Einsatz gasbasierter Stromerzeugung. Auch dadurch blieb das Gaspreisniveau hoch und wirkte wiederum zurück auf den Strommarkt.
Gas | EEX Cal THE | Jahr 2027 - 2029
Am Terminmarkt zeigte Erdgas im Juli 2026 eine ausgeprägte Aufwärtsbewegung. Die Jahreskontrakte stiegen im Betrachtungszeitraum für 2027 um +20,0 %, für 2028 um +9,0 % und für 2029 um +6,9 %. Noch dynamischer entwickelten sich die Quartalsprodukte: Q4.26 legte um +35,7 % zu, Q1.27 um +31,1 % und Q2.27 um +18,0 %. Damit wurde der Gasmarkt im Juli zum wesentlichen Taktgeber für die Preisentwicklung an den Energiemärkten insgesamt.
Die Marktreaktionen blieben dabei stark nachrichtengetrieben. Hoffnungen auf diplomatische Entspannung führten zeitweise zu Korrekturen, diese erwiesen sich jedoch als wenig nachhaltig. Insgesamt blieb der Markt von politischen Meldungen, Speicherständen und globalen LNG-Strömen abhängig.
Erdgas | EEX Day-Ahead
Auch am Spotmarkt zeigte Erdgas im Juli ein festes und zugleich schwankungsanfälliges Marktumfeld. Der Monatsdurchschnitt lag bei 53,996 €/MWh und damit um +19,7 % über dem Juniwert. Zu Monatsbeginn wirkten Entspannungssignale aus dem Nahen Osten sowie stabile Lieferungen über LNG-Terminals und norwegische Pipelines noch leicht beruhigend. Im weiteren Verlauf rückten jedoch Angebotsrisiken, niedrige Speicherstände und die Unsicherheit über internationale LNG-Verfügbarkeiten stärker in den Fokus.
Der Gas-Spotmarkt reagierte damit sehr sensibel auf geopolitische Entwicklungen, Wetterprognosen und Speicherdaten. Die insgesamt erhöhte Risikobewertung blieb das bestimmende Merkmal des Monats.
Erdgasspeicher | Deutschland
Die Entwicklung der Gasspeicher blieb im Juli 2026 ein zentrales Beobachtungsthema. Obwohl die Speicher weiter gefüllt wurden, verlief die Einspeicherung langsamer, als es für eine komfortable Ausgangslage vor dem Winter wünschenswert gewesen wäre. Im Webinar wurde betont, dass die Versorgung aktuell stabil sei und die Bundesnetzagentur nicht von einer Mangellage ausgehe. Gleichzeitig wurde jedoch klar benannt, dass Europa stärker denn je auf LNG angewiesen ist und damit in direkter Konkurrenz zu anderen Weltregionen steht.
Für den Markt bedeutete dies im Juli vor allem eines: Nicht die unmittelbare physische Verfügbarkeit stand im Vordergrund, sondern die Frage, zu welchem Preis Versorgung abgesichert werden kann. Genau diese Unsicherheit sorgte für den deutlichen Risikoaufschlag an den Gasbörsen.
CO2-Zertifikate und Wechselwirkungen:
Feste CO2-Preise verstärkten den Kostendruck auf fossile Erzeugung
Der Markt für Emissionszertifikate zeigte im Juli 2026 eine insgesamt feste Tendenz. Der Leitkontrakt Dezember 2026 schloss in der letzten Juliwoche bei 81,26 €/t, die Preisentwicklung im Monat lag bei +2,1 %. Damit blieben CO2-Kosten ein relevanter Einflussfaktor insbesondere für die Strompreisbildung, da sie die Kosten fossiler Erzeugung unmittelbar erhöhen.
Im Webinar wurde darauf hingewiesen, dass frühere Diskussionen über mögliche Anpassungen des europäischen Emissionshandels zwar zeitweise für Abwärtsbewegungen gesorgt hatten, im Juli aber eher eine leicht steigende Tendenz überwog. Als Einflussfaktoren wurden regulatorische Unsicherheiten, die angespannte Witterungslage und Einschränkungen in der konventionellen Erzeugung genannt. Dadurch blieb die Wahrscheinlichkeit einer deutlichen CO2-Abwertung aus damaliger Sicht eher gering.
Die Wechselwirkung zum Strommarkt war damit klar: Steigende CO2-Kosten verteuern konventionelle Kraftwerke zusätzlich und erhöhen so den Druck auf Termin- und Spotpreise, insbesondere in Phasen, in denen erneuerbare Erzeugung nicht ausreicht.
EUA | EEX EUA Futures | Dec 2016
Rolle der erneuerbaren Energien:
Hohe Solarleistung entlastete den Markt nur zeitweise
Die erneuerbaren Energien spielten im Juli 2026 eine ambivalente Rolle. Einerseits zeigte insbesondere die Photovoltaik eine sehr starke Entwicklung. Im Zeitraum Januar bis Juli 2026 lag die PV-Einspeisung um +13,3 % über dem Vorjahresniveau. Auch die Windeinspeisung lag insgesamt um +14,0 % höher als 2025. Andererseits reichte diese positive Jahresbetrachtung nicht aus, um die Marktspannung im Juli aufzulösen.
Im Webinar wurde betont, dass gerade die Windstromerzeugung in einzelnen Phasen der Sommermonate zu schwach ausfiel. In Kombination mit anhaltender Hitze entstand ein schwieriges Marktbild: Hohe Solarproduktion drückte die Preise zur Mittagszeit teils stark, doch in den Abendstunden fehlte sowohl die PV-Erzeugung als auch ausreichend Wind. Dann mussten verstärkt fossile Kraftwerke einspringen, was die Preise deutlich anhob.
Damit wurde im Juli erneut sichtbar, dass der Ausbau erneuerbarer Energien zwar zentrale Entlastung schafft, aber ohne zusätzliche Flexibilitätsoptionen, Speicher und Systemanpassungen nicht ausreicht, um starke Preisausschläge zu vermeiden.
Die Einspeisungsentwicklung unterstrich die strukturelle Veränderung des Stromsystems. Während hohe PV-Erträge in den Mittagsstunden zunehmend für sehr günstige Marktphasen sorgen, verschieben sich die wirtschaftlich kritischen Stunden stärker in Randzeiten mit hoher Residuallast. Für Marktteilnehmer wird dadurch nicht nur die Menge erneuerbarer Erzeugung relevant, sondern vor allem deren zeitliche Verfügbarkeit im Verhältnis zum Verbrauch. Genau daraus ergibt sich der steigende Bedarf an Flexibilität, Speichern und intelligenter Verbrauchssteuerung.
Einspeisung Erneuerbare Energien
Bedeutung für Ihr Unternehmen
Was Sie aus diesem Monat mitnehmen sollten
Der Juli 2026 hat deutlich gemacht, dass sich die Energiemärkte nicht nur auf hohem Niveau bewegen, sondern zugleich strukturell komplexer werden. Gas bleibt ein maßgeblicher Preistreiber, Strom zeigt auch im Sommer erhebliche Volatilität und erneuerbare Energien verändern die zeitliche Logik der Preisbildung immer stärker. Für Unternehmen bedeutet das, dass klassische Preisbetrachtungen allein nicht mehr ausreichen. Entscheidend wird zunehmend, wie flexibel Verbrauch, Beschaffung und gegebenenfalls Eigenerzeugung auf Marktbewegungen reagieren können.
Zugleich zeigte das Webinar, dass sich bereits die nächsten Veränderungsschritte abzeichnen. Vorschläge der Bundesnetzagentur zur Weiterentwicklung der Netzentgeltlogik und europäische Pläne zur stärkeren Elektrifizierung deuten darauf hin, dass künftig nicht nur Marktpreise, sondern auch Netzsignale stärker in Beschaffungs- und Verbrauchsstrategien einbezogen werden müssen.
Praktische Schlussfolgerungen
- Sommermonate sollten nicht mehr automatisch als marktseitig ruhige Phase eingeordnet werden.
- Spotmarktbeimischungen gewinnen weiter an Relevanz, müssen aber stärker mit den tatsächlichen Verbrauchszeiten abgestimmt werden.
- Die Entwicklung am Gasmarkt bleibt für Strombeschaffung und Preisbewertung weiterhin zentral.
- Flexibilität im Verbrauch, Speicherlösungen und zeitlich intelligente Nutzung gewinnen an wirtschaftlicher Bedeutung.
- Mittel- und langfristige Beschaffungsstrategien sollten kurzfristige Volatilität und künftige regulatorische Veränderungen gemeinsam berücksichtigen.
Expertenempfehlungen: Drei konkrete Punkte
Empfehlung 1: Prüfen Sie, ob Ihre Beschaffungsstrategie die zunehmenden Preisunterschiede innerhalb eines Tages ausreichend berücksichtigt.
Empfehlung 2: Bewerten Sie Flexibilitätsoptionen im Unternehmen neu, insbesondere mit Blick auf Lastverschiebung, Speicherintegration und steuerbare Verbrauchsprozesse.
Empfehlung 3: Beobachten Sie die Entwicklung von Netzentgeltstrukturen und regulatorischen Vorgaben frühzeitig, um künftige wirtschaftliche Chancen nicht zu verpassen.
Im Webinar wurde als zentrale Haltung hervorgehoben, dass die beste Vorbereitung eine klare Energiestrategie ist, die regelmäßig überprüft und angepasst wird. Genau dieses fortlaufende strategische Nachjustieren wird für Unternehmen in einem zunehmend volatilen und komplexen Marktumfeld immer wichtiger.
Die Entwicklungen im Juli sind kein kurzfristiges Sommerphänomen, sondern ein Hinweis auf die wachsende Komplexität unseres Energiesystems. Wer seine Energiestrategie regelmäßig überprüft und Flexibilität frühzeitig einplant, schafft die Grundlage, auch in volatilen Märkten handlungsfähig zu bleiben.“
Markus Barella
Einordnung zur Aktualität dieses Beitrages
Dieser Beitrag wurde im Nachgang zum EnergieMarktreport-Webinar vom 12.08.2026 erstellt und blickt retrospektiv auf die Marktentwicklung im Juli 2026 zurück. Grundlage sind die im Webinar besprochenen Inhalte sowie die zugehörigen Präsentationsfolien. Die Einordnung beschreibt damit den damaligen Informations- und Bewertungsstand und dient bewusst als historischer Rückblick auf die Entwicklungen dieses Monats.
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FAQ - Schnelleinblick in die Marktentwicklungen im Mai 2026
Warum sind die Strompreise im Juli 2026 trotz hoher PV-Einspeisung gestiegen?
Hohe PV-Einspeisung senkte die Preise vor allem zur Mittagszeit. Gleichzeitig sorgten Hitze, hoher Kühlbedarf, schwächere Windproduktion und teure fossile Erzeugung in den Abendstunden für deutliche Preisspitzen. Dadurch blieb das durchschnittliche Preisniveau erhöht.
2) Welche Rolle spielte der Gasmarkt im Juli 2026?
Der Gasmarkt war einer der wichtigsten Preistreiber. Geopolitische Spannungen, LNG-Risiken, niedrige Speicherstände und eine langsame Einspeicherung führten zu deutlichem Aufwärtsdruck an Termin- und Spotmärkten.
3) War die Gasversorgung im Juli 2026 gefährdet?
Laut Webinar war die Versorgung stabil, und die Bundesnetzagentur ging nicht von einer Mangellage aus. Gleichzeitig wurde die Speicherlage als historisch niedrig für diese Jahreszeit beschrieben, wodurch die preisliche Nervosität am Markt hoch blieb.
4) Wie stark stiegen die Strom-Spotpreise im Juli gegenüber Juni?
Die durchschnittlichen monatlichen Strom-Spotpreise an der EPEX SPOT stiegen im Juli 2026 gegenüber Juni 2026 um +3,7 %.
5) Wie stark stiegen die Gas-Spotpreise im Juli gegenüber Juni?
Der Monatsdurchschnitt am Gas-Spotmarkt lag bei 53,996 €/MWh und damit um +19,7 % über dem Juniwert.
6) Welche Entwicklung zeigten die CO2-Zertifikate?
Die CO2-Zertifikate zeigten im Juli eine feste Tendenz. Der Leitkontrakt Dezember 2026 stieg im Monatsverlauf um +2,1 % und schloss in der letzten Juliwoche bei 81,26 €/t.
7) Warum war der Sommer 2026 an den Spotmärkten so volatil?
Die Volatilität ergab sich aus dem Zusammenspiel von Hitze, stark schwankender erneuerbarer Einspeisung, erhöhtem Kühlbedarf, höherem fossilem Kraftwerkseinsatz und geopolitisch getriebenen Brennstoffkosten. Dadurch wechselten sich sehr günstige Mittagsstunden und teure Abendstunden deutlich ab.
8) Was bedeutet der Juli 2026 für Beschaffungsstrategien von Unternehmen?
Unternehmen sollten Beschaffungsstrategien stärker an Volatilität, Lastverhalten und zeitlichen Preisunterschieden ausrichten. Besonders relevant sind Spotmarktbeimischung, Verbrauchsflexibilität und eine regelmäßige strategische Überprüfung.
9) Welche Rolle spielte die Diskussion um Flexibilität?
Im Webinar wurde Flexibilität als zentrales Zukunftsthema beschrieben. Gemeint sind nicht nur flexible Beschaffungsmodelle, sondern auch flexible Netznutzung, Speicherintegration und zeitlich optimierter Verbrauch im Zusammenspiel mit Markt- und Netzsignalen.
10) Was ist die wichtigste Erkenntnis aus dem Juli 2026?
Die wichtigste Erkenntnis lautet, dass hohe erneuerbare Erzeugung allein keine Preisstabilität garantiert. Entscheidend wird zunehmend, wie gut Erzeugung, Verbrauch, Beschaffung und Flexibilität zeitlich zusammenpassen.
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