FAQ Energieaudits

FAQs - Energiemanagement - Energieaudit

Die Pflicht zur Durchführung von Energieaudits folgt aus den §§8 ff. des Gesetzes über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen (EDL-G). Hintergrund der Regelungen ist die Richtlinie 2012/27/ EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25.10.2012. Diese Energieeffizienzrichtlinie sieht in Art. 8 Abs. 4 – 7 vor, dass alle Mitgliedsstaaten sicherzustellen haben, dass Unternehmen, die kein kleines und mittleres Unternehmen (KMU) sind, Energieaudits periodisch durchführen. In Deutschland erfolgte die Umsetzung in nationales Recht durch eine entsprechende Änderung des EDL-G. Die Gesetzesnovelle wurde am 21. April 2015 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und trat am 22. April 2015 in Kraft.

Wenn Sie verpflichtet sind ein Energieaudit durchzuführen, haben Sie die Möglichkeit ein zertifiziertes Energiemanagement nach DIN EN ISO 50001 oder ein Umweltmanagement nach EMAS (Verordnung (EG) Nr. 1221/2009) einzurichten und somit von der Pflicht des Energieaudits ausgenommen zu werden.

Die Vorgabe besagt, dass mindestens 90% des gesamten Energieverbrauches in einem Managementsystem zugeordnet werden. Bereiche, die dadurch bisher nicht abgedeckt wurden, haben die Möglichkeit ein Energieaudit durchzuführen oder es wird das bestehende System erweitert

Die einfachste Variante ist, dass die Tochter in das Managementsystem der Mutter integriert wird. Sollte dies nicht möglich sein, besteht die Forderung, dass die Tochtergesellschaft entweder ein eigenes Managementsystem einführt oder ein Energieaudit durchführt.

Unterschied zwischen dem Energieaudit und dem Energiemanagement liegt darin, dass das Management Wert auf den kontinuierlichen Verbesserungsprozess legt und die Geschäftsführung eine Verpflichtung abgibt. Dabei ist es das Ziel, dass die Energieeffizienz auf Dauer verbessert wird. Es erfolgt eine detailreiche Energieanalyse im Rahmen der energetischen Bewertung der DIN EN ISO 50001:2011.

Es sind alle Energieträger (Strom, Öl, Kraftstoffe, Wärme, erneuerbare Energie etc.) zu berücksichtigen und aufzuführen. Dabei werden alle Anlagen, Standorte, Einrichtungen etc. des Unternehmens berücksichtigt. Dabei bezieht sich das EDL-G nur auf den Energieverbrauch innerhalb Deutschlands.

Solange in der Gesamtbetrachtung mindestens 90% des Energieverbrauchs auf Verbraucher zugeordnet werden, Ja

Nein. Als klein- und mittelständisches Unternehmen sind Sie von der Pflicht außen vor. Wenn Sie sich trotzdem für ein Managementsystem entscheiden, gibt es die Möglichkeit die Einführung fördern zu lassen.

Sollten Sie Anlagen betreiben, welche Energie aus erneuerbaren Energien gewinnen und sie diese an Dritte weiterleiten oder in das Netz einspeisen, kann die Energie aus dem Betrag der Gesamtenergie herausgerechnet werden. Sollte die Energie selbst genutzt werden, muss diese zur Gesamtenergie hinzugerechnet und mit angegeben werden.

Für Unternehmen die keinen KMU-Status haben, gibt es derzeit keine finanzielle Förderung für die Durchführung eines Energieaudits. Jedoch haben Unternehmen, die nicht den KMU-Status haben, die Möglichkeit die Einführung eines Energiemanagements fördern zu lassen. Weiter Informationen entnehmen Sie bitte hier. 

Grundsätzlich sollten betroffene Unternehmen auf folgendes achten:

  • Der gesamte Energieverbrauch aller Teile des Unternehmens, die in der Billanzgrenze mit aufgeführt werden, ist zu ermitteln (100% des Gesamtenergieverbrauches)
  • Die 90 % - Regel ist hierbei nur auf jedes einzelne rechtlich selbstständige Unternehmen anwendbar, jedoch (im Erstaudit) nicht auf die Unternehmensgruppe
  • Es besteht die Möglichkeit Standorte die vergleichbar sind in Clustern zusammen zufassen.

Nach dem EDL-G (Energiedienstleistungsgesetz) sind nur Standorte in Deutschland bei dem Energieaudit zu beachten. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass die im Ausland sich befindenden Standorte einer für ihr Land geltenden Auditpflicht unterliegen.

Seit dem 05.12.2015 werden Unternehmen durch das BAFA stichprobenartig kontrolliert und aufgefordert einen Nachweis darzulegen.

Es können pro Unternehmen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro verhängt werden, sofern das Energieaudit:

  • nicht,
  • nicht richtig,
  • nicht vollständig,
  • nicht rechtzeitig

durchgeführt wurde, oder wenn ein Unternehmen wahrheitswidrig behauptet, ein KMU zu sein.

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